Thermalpark „Castiglione“ auf Ischia

Ich habe mir einen Tag im Thermalpark „Castiglione“ gegönnt: Entspannung pur!
Die Anlage ist auf einem Abhang zum Meer gebaut, die Thermalbecken sind terrassenförmig angelegt. Mit der Seilbahn geht es ein Stück bergab bis zu den Schwimmbecken und Gebäuden. Mich zieht’s jedoch zuerst zum Meer. Gleich hinter dem feinen Restaurant am Wasser gibt es einen Holzsteg, wie die gesamte Anlage ausgestattet mit Liegestühlen und Sonnenschirmen – und einer kleinen Leiter ins Wasser. Nicht weit entfernt dümpeln Segel- und Motorboote im offenen Meer. Am Horizont die Shilouette des Festlandes. Die Küste hier ist felsig, der Meeresboden steinig, aber das Bad im Meerwasser tut gut. Nach einem anschließenden ausgiebigen Sonnenbad möchte ich nun aber doch einmal die Thermalbecken nutzen, denn deswegen bin ich ja hauptsächlich hergekommen.
Im „normalen“ Schwimmbecken von 30°C spielen und planschen noch viele Kinder, denn den Thermalbereich dürfen sie nicht nutzen. Im ersten Thermalbecken mit einer Wassertemperatur von 32°C gibt es starke Unterwasser-Massagedüsen, von denen ich mir meinen Rücken massieren lasse. Dann stelle ich mich einen Moment unter einen der drei künstlichen Wasserfälle, deren Wasser in recht gebündeltem Strahl kräftig hinunterprasselt. Lange sollte man eine solche Schultermassage nicht anwenden, für wenige Minuten tut sie jedoch unwahrscheinlich gut. So „bearbeitet“ steige ich ins nächste Becken von 34°C. Hier sind die Hydromassagedüsen sanfter, noch angenehmer.  Im überdachten Becken von 36° C kann man sich auf ein gefliestes „Bett“ legen und die Hydromassage im Liegen genießen. Im benachbarten Becken (32°C) gibt es auch einen Whirlpool, ich jedoch unterbreche die Reihenfolge der ansteigenden Wassertemperaturen nur für einen kurzen Kneipp-Gang, dessen Bassins im Boden ebenfalls mit sprudelnden Wasserdüsen ausgestattet sind. Für die nächste Etappe muss ich ein wenig durch die Anlage spazieren, Treppchen auf, Treppchen ab, vorbei an üppig blühenden Hortensien, Bougainvillia, wildem Rosmarin und Kapernsträuchern, die mit ihren auffallenden, aber zierlichen Blüten aus den Mauern wachsen. Die Vegetation hier ist einmalig und vielseitig, durch den vulkanischen Boden ist einfach alles grün – mit vereinzelten kräftigen Farbtupfern.
Das Becken mit 38°C-warmem Wasser ist kreisförmig mit einer rundherum eingelassenen Stufe zum Sitzen darin. Viel Aktivität ist hier nicht mehr gefragt. Nebenan laden zwei kleine Grotten, ausgestattet mit einer Steinbank und einem Wasserfall, der aus der Rückwand heraussprudelt, zur entspannenden, sanften Schultermassage ein. Wieder muss ich die Anlage durchqueren, vorbei am großen Meerwasser-Schwimmbecken, um zum „Lotos-Becken“ zu gelangen. Dieses hat die Form einer Blume und ist mit farbigem Blütenmosaik gefliest, auch hier gibt es eine Stufe zum Sitzen. 40°C ist schon eine Temperatur, die nicht mehr jedem angenehm ist. Ich persönlich mag es,  heiß zu baden und zu duschen, kein Problem also. Beendet wird der Parcours mit einem Wechsel zwischen dem heißen und richtig kaltem Wasser im benachbarten Becken. Dreimal soll man diesen Temperaturwechsel vollziehen. Am Ende fühle ich mich richtig wohl, alles an mir ist entspannt und ich spüre ein wohliges Kribbeln in den Gliedern. Auf einer freien Liege unter einem Orangenbaum genieße ich die Wärme des Spätnachmittags. Trotz der vielen Menschen und der relativ lauten Stimmen um mich herum, spüre ich tatsächlich eine selten erlebte Ruhe.
Völlig entspannt trete ich meinen Heimweg an. Bestens gerüstet für eine neue Arbeitswoche in Neapel…
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Übersetzungen - Reisejournalismus - Tourismus (Italien)
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